Was wir tief im Inneren glauben

Heute spreche ich über das Thema Glaubenssätze. Vermutlich habt ihr das schon ein paar Mal gehört. Sie sind so häufig im Sprachgebrauch, dass die Wichtigkeit verloren geht. Zudem wird damit die wahre Bedeutung verschleiert. 

Was sind Glaubenssätze

Häufig heißt es, das ist alles eine Sache des Glaubenssatzes. Eine Sache des Mind Sets. Alles, was du zu tun hast, ist deine Gedanken anzupassen. Denk positiv und dein Leben ist perfekt.

Von wegen.

Unsere Glaubenssätze sind nicht nur unsere Gedanken. Sie sind tief in uns verwurzelt. Sie sind das, was wir über uns und über die Welt im Unterbewusstsein glauben. Wir sind davon derart überzeugt, dass sie nicht mehr in Frage gestellt werden. Sprich, diese inneren Überzeugungen glauben wir bedingungslos – ohne sie zu hinterfragen.

Wie entstehen Glaubenssätze?

Würdest du glauben, dass Wasser rot ist? Vermutlich nicht. Wenn du aber von Geburt an einen Sehfehler hättest und alles rötlich sehen würdest, kennst du Wassert nur rot. Dann glaubst du das auch. Du stellst es gar nicht in Frage, weil für dich die Welt rot aussieht. Solange, bis andere Menschen dich darauf aufmerksam machen und du aus deiner Wahrnehmung in eine übergeordnete wechselst. Sprich, offen bist für andere Ansichten.

So ähnlich ist es mit unseren Überzeugungen aus der Kindheit. Unsere Umwelt und Bezugspersonen prägen unsere Welt von Beginn an. Als Kind können wir es nicht hinterfragen, also glauben wir das, was uns beigebracht wird. Wir färben die Welt in unsere eigene Farbe.

Diese tiefen Überzeugungen haben sich in einer Zeit eingebrannt, an die wir uns häufig nicht einmal mehr erinnern können. Eine Zeit, in der wir nicht nachdenken konnten. Und eine Zeit, in der wir abhängig. Unsere Glaubenssätze entstehen in einer Zeit, in der wir ausgeliefert waren.

Nicht selten haben wir daher keinerlei Zugang zu diesen tiefen Glaubenssätzen. Wie bereits erwähnt, sie beeinflussen uns auf unterbewusster Ebene und kommen gar nicht erst in unsere bewussten Gedanken. Sie schleichen sich an unseren Gedanken vorbei und beeinflussen unser Verhalten, Denken und Fühlen. Positives Denken hilft daher nur bedingt.

Wo wirken Glaubenssätze?

Das Schwierigste ist die Glaubenssätze ins Bewusstsein zu holen. Grundsätzlich trüben sie bereits unsere Wahrnehmung (wie mit dem roten Wasser) im Vorfeld. Die Wahrnehmung ist der erste Schritt, auf dem unsere weiteren Gedanken, Handlungen und Gefühle aufbauen. Doch wer hinterfragt seine Wahrnehmung? Wir denken zu dem Zeitpunkt, dass die Wahrheit so aussieht. Es ist jedoch lediglich unsere Wahrnehmung.

„Auf der Wahrnehmung baut alles auf. Jede Wahrnehmung ist getrübt. Das lässt sich nicht verhindert.“

Die Wahrnehmung passiert noch bevor wir reagieren, weil wir diese für die Realität halten. Wir sind dann nicht mehr in der Lage neutral zu bewerten.

Glaubenssätze sind Überzeugungen im Unterbewusstsein, die unser Handeln, Fühlen und Denken beeinflussen, ohne dass wir bewusst Einfluss nehmen können.

Sie steuern also bereits im Vorfeld unsere Gedanken, bevor wir anfangen können über Glaubenssätze nachzudenken. Genau das ist das Problem weshalb Glaubenssätze oft im falschen Kontext verwendet werden.

Es findet unmittelbar eine subjektive Bewertung statt – eine Bewertung, die sich mit unseren Glaubenssätzen und damit mit unseren inneren Überzeugungen deckt.

Die Wahrnehmung muss schließlich BEWEISEN, dass wir mit unseren Glaubenssätzen richtig liegen.

Das, was wir über uns denken wird demnach im Außen immer wieder bestätigt  und dankt verfestigt – ein endloser Kreislauf. (siehe selbsterfüllende Prophezeiung)

Wie viele Glaubenssätze gibt es?

Häufig sind es nur eine Handvoll Glaubenssätze, die uns im Gesamten beeinflussen. Sie hüllen sich nicht selten in oberflächlichen Gedanken. Die Fäden ziehen aber immer die selben Grundüberzeugungen. Es sind oft die tiefen Gedanken, hinter den Gedanken. Beispielsweise, wenn du dich aufregst, dass du versetzt wurdest oder jemand zu spät kommt. In deinem Bewusstsein denkst du “Ich finde es blöd, dass er mich versetzt.” Tief in dir drin und der Gedanke dahinter ist vermutlich ein anderern. Zum Beispiel: “Ich bin nicht gut genug” oder “Ich bin nicht liebenswert und genau deshalb kommt er nicht pünktlich.“

„Die tiefen Glaubenssätze verstecken sich hinter den “normalen” Gedanken.“

Wie können wir die Glaubenssätze aufdecken?

Nur durch Klarheit können wir entsprechend handeln. Nur durch Bewusstsein. Es heißt also seine Wahrnehmung und seine eigene Wirklichkeit zu hinterfragen. Ist es wirklich so? Oder könnte es auch anders gesehen werden? Was fühle ich in diesen Situationen? Was denkt es eigentlich tief in mir? Der erste Schritt ist, wie bei allem, die Erkenntnis und das Bewusstsein dafür zu erlangen.

Erst wenn wir wissen, was wir über uns glauben, können wir gezielt anfangen unsere Gedanken zu verändern.

Das Thema geht noch weiter… wer weitere Fragen hat, kann sich sehr gerne an mich wenden. Ich freue mich darauf!
Eure Jessi

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